Meine Gastmutter Samstagabend (31. Oktober), so um 5. In der linken Hand den Staubsauger und im Gesicht ein breites Lächeln."I have a crazy idea."
Ich die Deutsche, für die crazy was ganz anderes ist, als für Isländer, wie ich jetzt festgestellt habe, habe keine Idee, was jetzt noch groß passieren soll.
"I want to go to Reykjavík!"
Also schnell Übernachtungen organisiert und 3 Stunden später saß ich mit ein par anderen Austauschschülern, angemalt, wie ein naja leicht angefahrender Clown auf einer Halloweenparty.
war sehr nett und sehr lustig, gerade weil über den Abend immer öfter angetrunkende isländer ins Zimmer gekommen sind und schön Absurdes erzählt haben und viele Fragen gestellt haben.
Am nächsten tag dann noch ein wenig Innenstadt mit den anderen Austauschschülern, ich genieße es sehr mit ihnen zusammen zu sein!
Auf dem Heimweg hatte ich noch sehr lustige Gespräche darüber, was eigentlich spontan ist.
Hier sind eine Stunde Vorlaufzeit für eine Entfernung von 2 Stunden ganz normal, für mich ist das ja sehr ungewohnt.
Ungewohnt, aber sehr cool!
Lily
8. November 2015
5. November 2015
38.
Eigentlich sollte es mir ja nichts ausmachen, von Isländern als Ausländer gesehen zu werden,
das bin ich ja auch. Ich spreche die Sprache nicht flüssig und trete gerne auch mal in Fettnäpfchen. Ist halt so.
Was mich nervt ist vielmehr wenn ich als Tourist behandelt werde, gleich auf Englisch, gleich ganz anders.
Wenn ich dann entgegen der Erwartungen, die auf Grund meiner roten Berliner Sparkassencard aufgebaut wurden, beim Bezahlen auf Isländisch antworten kann, fühlt sich das schon echt gut an! Klappt auch immer besser!
Ich hab aber schon einige lustige Sachen erlebt, er Verkäufer im Laden hat mir weiter hartnäckig auf Englisch geantwortet, ich weiter auf Isländisch, sehr absurd.
Oder in einem Restaurant,das erste mal hab ich mir vertraut das Ganze auf Isländisch zu regeln, fange ich also an. Einfach, Hae und Bestellung. Dann fing die Frau aber an Fragen zu stellen, ich zu stolz um jetzt den Touri zu machen also einfach já, já und ein já mit gestellt überlegendem Gesicht. Sagen wir mal gut, dass ich scharfes Essen verkrafte!
Aber für all diese Situationen in ich ja hier, alles von Anfang her richtig zu machen wäre ja langweilig und sich über sie zu lange de Kopf zu zerbrechen Zeitverschwendung. Kulturverständnis und Gefühl braucht Zeit. Bis man dann in so ein Fettnäpfchen tritt, hat man oft noch gar nicht realisiert, dass etwas anders ist, das oberflächlich alles wie zu Hause ist und man trotzdem Unterschiede lebt und erlebt.
Lily
das bin ich ja auch. Ich spreche die Sprache nicht flüssig und trete gerne auch mal in Fettnäpfchen. Ist halt so.
Was mich nervt ist vielmehr wenn ich als Tourist behandelt werde, gleich auf Englisch, gleich ganz anders.
Wenn ich dann entgegen der Erwartungen, die auf Grund meiner roten Berliner Sparkassencard aufgebaut wurden, beim Bezahlen auf Isländisch antworten kann, fühlt sich das schon echt gut an! Klappt auch immer besser!
Ich hab aber schon einige lustige Sachen erlebt, er Verkäufer im Laden hat mir weiter hartnäckig auf Englisch geantwortet, ich weiter auf Isländisch, sehr absurd.
Oder in einem Restaurant,das erste mal hab ich mir vertraut das Ganze auf Isländisch zu regeln, fange ich also an. Einfach, Hae und Bestellung. Dann fing die Frau aber an Fragen zu stellen, ich zu stolz um jetzt den Touri zu machen also einfach já, já und ein já mit gestellt überlegendem Gesicht. Sagen wir mal gut, dass ich scharfes Essen verkrafte!
Aber für all diese Situationen in ich ja hier, alles von Anfang her richtig zu machen wäre ja langweilig und sich über sie zu lange de Kopf zu zerbrechen Zeitverschwendung. Kulturverständnis und Gefühl braucht Zeit. Bis man dann in so ein Fettnäpfchen tritt, hat man oft noch gar nicht realisiert, dass etwas anders ist, das oberflächlich alles wie zu Hause ist und man trotzdem Unterschiede lebt und erlebt.
24. Oktober 2015
37. Lífið er yndislegt
Sechzehn, das ist schon nicht wenig,
jedenfalls für mich, für die sechzehn Jahre alte Menschen so erwachsen, so toll schienen.
Ich bin jetzt also 16, ca. 2900 Kilometer von Zuhaus,
also dem in Deutschland und mir geht es gut, sehr gut sogar.
Danke für all die lieben Glückwünsche, die Karten, die Geschenke
Über die Tage hatten wir Besuch von einer Austauschschülerin aus Reykjavík.
Ich konnte den ganzen Donnerstag eigentlich nicht aufhören zu grinsen, Glückwünsche von allen Seiten, Lieder auf 3 Sprachen, in verschiedenen Variationen und die Krönung des Tages, am Abend eine Schulparty, nicht absichtlich für mich, aber absichtlich auf meinem Geburtstag. Hab sogar eine Geburtstagskrone bekommen! Es war ein toller Abend!
Am nächsten Tag gabs Abends ein schönes Geburtstagsessen, Lamm, und zum Nachtisch das wol passendste, was sich meine Mamma hätte ausdenken können!
Skyrkaka, unten Zimtkekse, in der Mitte Skyr und oben drauf Kirschen.
Ich glaub das könte ich jeden Tag essen, überhaupt kann ich von Skyr nicht genug bekommen.
Skyrkaka, unten Zimtkekse, in der Mitte Skyr und oben drauf Kirschen.
Ich glaub das könte ich jeden Tag essen, überhaupt kann ich von Skyr nicht genug bekommen.
"I could just buy that!" hat meine Gastmamma schon passend festgestellt.
Danke für all die lieben Glückwünsche, die Karten, die Geschenke
Jedenfalls bin ich jetzt 16, vermutlich eine von diesen Sechzehnjährigen, die sich für größer nimmt als sie ist, hier in der Schule bin ich jetzt jedenfalls die älteste, aber das ist ja egal.
Der schönste Teil des Abends an meinem Geburtstag war,als das Lied "Lífið er yndislegt" gespielt wurde, so ziemlich die unoffizielle Natioalhymne der Isländer, und wir, die drei Skiptinemi laut mitsingen konnten, mit Textlücken, aber so, aus voller Brust, wie die Isländer es singen.
Und das ist dann wieder so ein Filmmoment.
Rosa Lichter, in einer Traube von Menschen
und ich kann nicht glauben, dass das wirklich wahr ist.
Lífið er yndislegt, das Leben ist schön.
wirklich.
Lily
22. Oktober 2015
36. Augen-zu-und.durch-Momente
Augen zu und durch, das hab ich hier oft. Komm schon Lily, das bringt dich nicht um, du bist und willst nicht dieses zimperliche Großstadtkind sein, oder das Mädchen,das die hier vielleicht erwarten. das du vielleicht sogar bist.
Augen zu und durch.
Und wie gut sich das danach anfühlt!
Auch wenn es nur ein Happen davon ist, oder ein Wörtchen zu der und der Person, auf einer Sprache, die ich keineswegs beherrsche.
Und wenn man dann merkt, dass solche einstigen Augen-zu-und.durch-Momente ganz normal geworden sind, dann ist man schon ein wenig stolz und fragt sich, wovor man denn eigentlich Bedenken hatte.
Ja, ich werde alles probieren, was mir angeboten wird. Alles. Das hab ich vorher großspurig gesagt. Und nen Rückzieher kann ich auch jetzt schlecht machen, auch weil meine Gastmutter es gerne rumerzählt.
"Do you want to try?" verschmitzt lächelnd.
"Sure." Ich will, kann schlecht nein sagen.
Und manches ist, trotz aller Vorbehalte tatsächlich sogar ganz gut!
Und für traditionell isländisches und Helfen auf einer Farm braucht man manchmal wirklich nen starken Magen.
Und trotz aller Unsportlichkeit, mache ich trotzdem beim auf Berge klettern mit und komme aus Trotz nicht die Letzte sein zu wollen, als 3. oben an.
Überhaupt hilft Trotz meistens weiter. Nicht aufgeben, runterschlucken, weiterlaufen.
Trotz erleben zu wollen, trotz halt wirklich isländisch robust sein zu können.
Trotz glücklich sein zu wollen. Und zu sein.
Lily
Augen zu und durch.
Und wie gut sich das danach anfühlt!
Auch wenn es nur ein Happen davon ist, oder ein Wörtchen zu der und der Person, auf einer Sprache, die ich keineswegs beherrsche.
Und wenn man dann merkt, dass solche einstigen Augen-zu-und.durch-Momente ganz normal geworden sind, dann ist man schon ein wenig stolz und fragt sich, wovor man denn eigentlich Bedenken hatte.
Ja, ich werde alles probieren, was mir angeboten wird. Alles. Das hab ich vorher großspurig gesagt. Und nen Rückzieher kann ich auch jetzt schlecht machen, auch weil meine Gastmutter es gerne rumerzählt.
"Do you want to try?" verschmitzt lächelnd.
"Sure." Ich will, kann schlecht nein sagen.
Und manches ist, trotz aller Vorbehalte tatsächlich sogar ganz gut!
Und für traditionell isländisches und Helfen auf einer Farm braucht man manchmal wirklich nen starken Magen.
Und trotz aller Unsportlichkeit, mache ich trotzdem beim auf Berge klettern mit und komme aus Trotz nicht die Letzte sein zu wollen, als 3. oben an.
Überhaupt hilft Trotz meistens weiter. Nicht aufgeben, runterschlucken, weiterlaufen.
Trotz erleben zu wollen, trotz halt wirklich isländisch robust sein zu können.
Trotz glücklich sein zu wollen. Und zu sein.
Lily
17. Oktober 2015
35. Six week camp
Nach 7 Wochen Landleben ging es für mich wider nach Reykjavik. Schon am Mittwoch, denn das war der passendste Bus. 2 Tage hatte ich somit in Reykjavik, gewohnt habe ich mit der anderen Austauschschuülerin, Leno. Und es war wunderbar! Wir wahren schwimmen, zusammen mit ein paar anderen Austauschschülern, haben lange geschlafen und sind lang aufgeblieben. Nordlichter gejagt und am Freitag ging es dann Richtung Keflavík, ein Ort 30 Minuten vom zentrum, der internationale Flughafen befindet sich dort auch!
Es war toll die anderen Skiptinemi wieder in die Arme zu schließen, zu hören, wie es ihnen so ergangen ist und vor allem viel Spaß zu haben.
Eine Sache, die man lernt, und die ich gar nicht erwatet habe, als ich mich für ein Auslandsjahr beworben habe, ist, dass nichts peinlich ist. Und das ist ein tolles Gefühl.
Schreien, singen, tanzen, sprechen, seine Meinung sagen. Groß und auffällig.
Egal.
Wir haben einen Geburtstag gefeiert, mit Kuchen und lautem Gesang, waren schwimmen... also haben im heitta pottur gegessen, haben am Samstag Süßigkeiten gekauft, Volunteers unsere Liebe gestanden, ich hab bei 5 grad Außentemperatur mit Nieselregen im Tshirt Fußball gespielt
(Nein ich bin nicht völlig durchgenallt liebe Verwandten), Energizer gemacht und Kuschelbedürfnisse gestillt, das machen die Isländer nämlich nicht ganz so gern.
Vorallem war das lange Wochenende eine Pause von allem hier und das ist, obwohl alles in bester Ordnung ist, immer gut!
Am Sonntag musste ich mich dann schweren Herzens wieder verabschieden, keiner wollte wirklich, dass es schon vorbei ist.
Aber ich sehe sie wieder, jedenfalls ein paar von ihnen, schon nächstes Wochenende.
Und meinen Fjord möchte ich auch nicht missen.
Lily
Es war toll die anderen Skiptinemi wieder in die Arme zu schließen, zu hören, wie es ihnen so ergangen ist und vor allem viel Spaß zu haben.
Eine Sache, die man lernt, und die ich gar nicht erwatet habe, als ich mich für ein Auslandsjahr beworben habe, ist, dass nichts peinlich ist. Und das ist ein tolles Gefühl.
Schreien, singen, tanzen, sprechen, seine Meinung sagen. Groß und auffällig.
Egal.
Wir haben einen Geburtstag gefeiert, mit Kuchen und lautem Gesang, waren schwimmen... also haben im heitta pottur gegessen, haben am Samstag Süßigkeiten gekauft, Volunteers unsere Liebe gestanden, ich hab bei 5 grad Außentemperatur mit Nieselregen im Tshirt Fußball gespielt
(Nein ich bin nicht völlig durchgenallt liebe Verwandten), Energizer gemacht und Kuschelbedürfnisse gestillt, das machen die Isländer nämlich nicht ganz so gern.
Vorallem war das lange Wochenende eine Pause von allem hier und das ist, obwohl alles in bester Ordnung ist, immer gut!
Am Sonntag musste ich mich dann schweren Herzens wieder verabschieden, keiner wollte wirklich, dass es schon vorbei ist.
Aber ich sehe sie wieder, jedenfalls ein paar von ihnen, schon nächstes Wochenende.
Und meinen Fjord möchte ich auch nicht missen.
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| Ég elska ykkur! Skiptinemi 15/16 á Íslandi |

